Europa in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ist geprägt durch vielfältige Landschaften, darunter das Flachland der Altmark, die fruchtbare Magdeburger Börde, das Weinbaugebiet Saale-Unstrut und der Nationalpark Harz. Während die Wirtschaft früher von großen Chemiebetrieben dominiert war, ist sie heute von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt.

Was die EU auf den Weg bringt

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stellt Sachsen-Anhalt im Zeitraum 2014-2020 insgesamt rund 1,43 Milliarden Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem Forschung und Entwicklung, kleine und mittlere Unternehmen, Überschwemmungsschutz und die Verbesserung der städtischen Umwelt.

Aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) verfügt Sachsen-Anhalt im gleichen Zeitraum über rund 612 Millionen Euro, die in Projekte zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Bildungschancen investiert werden. Vom ESF gefördert wurden unter anderem Angebote, die arbeitslosen Eltern oder älteren Langzeitarbeitslosen helfen sollen, eine Beschäftigung zu finden.

Für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum erhält Sachsen-Anhalt im Zeitraum 2014-2020 etwa 859 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Hinzu kommen Einkommensbeihilfen für Landwirte, zum Beispiel Prämien für Agrarflächen, für die Erhaltung von Grünland und zur Unterstützung von Kleinbetrieben. Im Jahr 2017 wurden 316 Millionen Euro an über 4250 landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen-Anhalt ausgezahlt.

Bestimmte Produkte aus Sachsen-Anhalt wie das Halberstädter Würstchen und der Salzwedeler Baumkuchen können das EU-weit geltende Gütezeichen einer geschützten geographischen Angabe tragen, das den Bezug des Erzeugnisses zur Region sicherstellt und damit Verbraucher Orientierung bietet.

Europapolitik spielt sich nicht nur in Brüssel ab sondern ist für jeden Landkreis, für jede Gemeinde von großer Bedeutung – auch in Sachsen-Anhalt.
Klicken Sie auf die Karte und finden Sie heraus, was in Ihrer Region dank Europa auf den Weg gebracht wurde.

Saalekreis

Der Saalekreis befindet sich im Süden Sachsen-Anhalts und besteht aus den ehemaligen Landkreisen Saalkreis und Merseburg-Querfurt. Hier leben rund 186 000 Menschen. Größte Stadt und Verwaltungssitz des Landkreises ist Merseburg. Das Gebiet um Leuna und Schkopau ist traditionell ein Zentrum der Chemieindustrie, in den letzten Jahren sind auch der Transport und die Logistik wichtige Industriezweige geworden. Längs des Flusses Saale befindet sich eine Reihe naturnaher Gebiete, die dem europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 angehören; darunter die Saale-Elster-Aue zwischen Bad Dürrenberg und Halle sowie der Saaledurchbruch bei Rothenburg.

Was die EU auf den Weg bringt

Mithilfe von EU-Fördermitteln arbeiten unter anderem das Jobcenter Saalekreis und das Jugendamt Saalekreis in dem Verbundprojekt Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt (RÜMSA) daran, Jugendlichen den nahtlosen Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern.

Im Quernetal zwischen Lodersleben und Querfurt entsteht ein bis zu sieben Meter hohes Hochwasser-Rückhaltebecken aus Stahlbeton, das künftig vor Überflutungen durch den Fluss Querne schützen soll. Mit einer Summe von 2,5 Millionen Euro kofinanziert wird das umfangreiche Bauvorhaben durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Die Städte Leuna, Schkopau, Landsberg und Braunsbedra erhalten ca. 2,38 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), um zahlreichen Haushalten und Unternehmen den Zugriff auf ein schnelleres Internet zu ermöglichen.

Das in Schkopau angesiedelte Demonstrationsprojekt CONWASTE befasste sich damit, Abwasserschlamm und Braunkohlefilteraschen der chemischen Industrie zur Abdichtung von Deponien wiederzuverwenden. Es wurde dabei mit Mitteln aus dem EU-Instrument LIFE III unterstützt.

EU-geförderte Projekte sollen dabei helfen, Trockenweiden in der Hügellandschaft im Norden des Landkreises zu erhalten. Bei Landsberg und auf dem Petersberg beispielsweise wird versucht, mithilfe von Schafen – als „Landschaftspflege mit Biss“ – die Artenvielfalt zu bewahren.

Jerichower Land

Der Landkreis mit Verwaltungssitz in Burg umfasst fünf Städte und drei Gemeinden in einer ursprünglichen und abwechslungsreichen Landschaft. Wirtschaftlich ist es einer der stärksten Landkreise in Sachsen-Anhalt, was auch auf die Nähe zu Magdeburg zurückzuführen ist. Kleine und mittlere Unternehmen, die in einem breiten Spektrum an Sparten aktiv sind, charakterisieren das Wirtschaftsbild. Der Landkreis gehört mit neun Bauwerken zur Straße der Romanik.

Was die EU auf den Weg bringt

Um den Anschluss an eine moderne, auf Informationstechnologien ausgerichtete Wirtschaftsstruktur nicht zu verpassen, setzt der Landkreis auf einen flächendeckenden Breitbandausbau. Dieser Ausbau wird vom Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert. Ziel ist eine Versorgung mit mindestens 50Mbit/s Downloadgeschwindigkeit für Privathaushalte und eine doppelt so schnelle Up- und Downloadgeschwindigkeit für Unternehmen.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt Hochwasserschutzinitiativen, wie z.B. den Neubau des Polders Schartau-Blumenthal bei Burg. Die mit dem Projekt verbundenen Planungs- und Ingenieurleistungen werden zu einem großen Teil aus diesem Fonds finanziert.

Der Europäische Sozialfonds (ESF) unterstützt Unternehmensgründungen, und dies vor, während und nach der Gründung. So wird z.B. das Förderprogramm des Landes ego.-WISSEN mitfinanziert. Die entsprechenden Qualifizierungsangebote werden u.a. von dem Technologie- und Gründerzentrum Jerichower Land GmbH (TGZ) in Roßdorf angeboten.

Um Fachkräftenachwuchs sicherzustellen, erhielt in Genthin der Verein Wirtschaft im Jerichower Land e.V. Unterstützung vom Europäischen Sozialfonds. Ziel ist die Bewältigung der sozialen Folgen des demografischen und strukturellen Wandels.

Altmarkkreis Salzwedel

Im Nordwesten Sachsen-Anhalts liegt der Altmarkkreis Salzwedel, der gemeinsam mit dem Landkreis Stendal die Kulturlandschaft Altmark bildet. Das weite Flachland der Region ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, wird aber auch als Tourismusziel immer beliebter. Mit einer Bevölkerungsdichte von 37 Einwohnern pro km² (2016) ist Salzwedel einer der am wenigsten besiedelten Kreise in Deutschland. Befand sich der Landkreis bis vor 30 Jahren noch außerhalb ihrer Grenzen, liegt er nun im Herzen der Europäischen Union. Als Teil des Projektes „Grünes Band“ bietet das ehemalige Grenzgebiet der Altmark heute ein Refugium für Pflanzen und Tiere.

Was die EU auf den Weg bringt

Bis Ende 2020 möchte der Altmarkkreis seine allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen mit einer einheitlichen, modernen IT-Infrastruktur ausstatten. Für Vorhaben dieser Art stehen dem Land Sachsen-Anhalt rund 10 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung. So wurden bereits der Berufsschule Salzwedel und der Gemeinschaftsschule „G.E. Lessing“ jeweils mehr als 237 000 Euro zugesagt.

Mithilfe von rund fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanzierte der Altmarkkreis Salzwedel den Neubau der Sekundarschule Karl Marx in Gardelegen. Fast 1,2 Millionen Euro gingen zudem in die Sanierung der Sekundarschule Comenius in Salzwedel.

Zahlreiche Projekte zur Reinigung von Abwasser im Landkreis werden über EFRE-Mittel kofinanziert. Unter anderem konnten so die Kapazitäten der Kläranlage Gardelegen erweitert werden. Auch der Neubau der Kläranlage in Bornsen wurde finanziell unterstützt.

Seit 2010 ist der „Salzwedeler Baumkuchen“ mit dem EU-Gütezeichen „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A) versehen. Es stellt sicher, dass ein so gekennzeichnetes Produkt tatsächlich innerhalb der Ortsgrenzen von Salzwedel gebacken wurde – nach alter Tradition in einem gemauerten Ofen und über offener Flamme.

Wittenberg

Der als Wirkungsstätte des Reformators Martin Luther bekannte Landkreis Wittenberg mit seinen ca. 50 000 Einwohnern liegt im Osten Sachsen-Anhalts an der Elbe. Im Schnittpunkt der Wirtschaftsräume Berlin, Leipzig sowie Halle bietet er gute Standortbedingungen für kommunale und mittelständische Unternehmen. Der Landkreis gilt als Bildungsstandort mit langer Tradition. Heute prägen die Studierenden der Martin-Luther-Universität-Halle-Wittenberg das Erscheinungsbild der Lutherstadt Wittenberg. Zu den UNESCO-Welterbestätten dieser Stadt zählt die Schlosskirche zu Wittenberg, an dessen Tür Luther der Überlieferung nach seine 95 Thesen anschlug.

Was die EU auf den Weg bringt

Im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 fördert die EU mit etwa 363 000 Euro die Martin-Luther-Universität bei einem Projekt zur Prävention von Rauchen im Jugendalter, SILNE-R. Untersucht werden entsprechende Strategien von sieben Städten in der EU und deren Erfolg auf lokaler und auf Schulebene.

Im Zeitraum von 2013 bis 2015 wurde die Sporthalle des Ganztagsgymnasiums in der Gemeinde Jessen (Elster) saniert. Das Projekt wurde durch den Landkreis Wittenberg umgesetzt und u.a. mit den Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

Die seit 1999 bestehende Partnerschaft zwischen Wittenberg und der Stadt Békéscsaba in Ungarn dient dem wirtschaftlichen und kulturellem Austausch. Anlässlich der Weltausstellung „500 Jahre Reformation“ übergab die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn das Original des Testaments von Martin Luther im Jahr 2017 als Leihgabe an die Lutherstadt Wittenberg.

Das Projekt „Begegnungsstätte für Obdachlose“ des Diakonischen Werk im Kirchenkreis Wittenberg e.V. ermöglicht Obdachlosen für einen Teil des Tages Begegnungen fern der Straße. Die Kofinanzierung erfolgte durch den Europäischen Sozialfonds (ESF).

Magdeburg

In der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts trifft Tradition auf Innovation. Heute ein international anerkannter Wissenschafts- und Forschungsstandort, blickt Magdeburg auf eine über 1 200 Jahre alte, facettenreiche Geschichte zurück. Dieses Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne spiegelt sich nicht zuletzt im Stadtbild der „Ottostadt“ wider. Zwischen Nachkriegsarchitektur und diversen historischen Gebäuden, wie dem gotischen Magdeburger Dom, sorgen vor allem die farbenfrohe Zitadelle des Künstlers Hundertwasser und das hochmoderne Wasserstraßenkreuz für ein kontrastreiches Bild.

Was die EU auf den Weg bringt

Das Projekt „SelectMINT“ verfolgt das Ziel, Schülerinnen ab der 11. Klasse Berufsfelder und Studienrichtungen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) näherzubringen. Dies soll langfristig zum Abbau von stereotypen Rollenmustern und zur Verbesserung der Chancengleichheit von jungen Frauen in Beruf und Karriere führen. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (EFS) kofinanziert.

Durch das Projekt Jobbrücke Plus sollen Asylbewerber und Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt und letztendlich gesellschaftlich integriert werden – sei es durch direkte Vermittlung zu regionalen Unternehmen, individuelle Beratung oder Qualifikationsmaßnahmen. Das Projekt, das mit Zuwendungen aus dem ESF gefördert wird, gewann 2012 den Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalts in der Kategorie Arbeitsmarktintegration.

Der Neubau des Forschungsgebäudes für Systembiologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurde mit über 13 Millionen Euro zu aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Im Rahmen des EU-Projekt REDIS erarbeitete Magdeburg, in Kooperation mit weiteren europäischen Städten, Konzepte zum Thema „Umgestaltung von Stadtvierteln in Wissenschaftsquartiere“ und konnte so die Weiterentwicklung des ehemaligen Handelshafens in ein vielfältiges Zentrum für Innovation und Wissenstransfer vorantreiben.

Halle (Saale)

Halle, die Geburtsstadt des großen Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel und eine der bevölkerungsreichsten Städte Sachsen-Anhalts, befindet sich im Süden des Bundeslandes. An den Ufern der Saale, nur wenige Kilometer von Leipzig entfernt, bildet Halle einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt und ein leistungsstarkes Wirtschaftszentrum. Außerdem ist die Stadt ein wichtiger Technologie- und Wissenschaftsstandort. Neben der traditionsreichen Martin-Luther-Universität finden sich hier zahlreiche weitere Studien- und Forschungseinrichtungen.

Was die EU auf den Weg bringt

Die Martin-Luther-Universität (MLU) nimmt an einer Vielzahl von Forschungsprojekten teil, die über das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation, Horizont 2020, gefördert werden. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Partnern ist sie beispielsweise Teil des internationalen Projektes „ECOPOTENTIAL – Improving future ecosystem benefits through earth observations“, welches sich mit der Veränderung von Ökosystemen in Schutzgebieten und deren Messung befasst. Die Fördersumme des Projektes liegt bei nahezu 15 Millionen Euro.

2017 kam dem Gründerservice der MLU, der Studierenden und Wissenschaftlern offensteht, zudem ein beachtlicher Förderbetrag zugute, der teilweise aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammte.

Mit über 100 Unternehmen ist der Weinberg Campus einer der größten Wissenschafts- und Technologieparks in Deutschland und bietet mehr als 5 000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Unter anderem findet sich hier das Bio-Nano-Zentrum, dessen Bau mit rund 17 Millionen Euro aus dem EFRE kofinanziert wurde.

1998 in Halle gegründet, beschäftigt sich die Firma BioSolutions mit Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Biologie, Biochemie und Pharmazie. Sie profitierte bereits mehrfach von Zuwendungen aus dem EFRE. Für Forschungen zu einer verbreiteten Krebstherapie erhielt das Unternehmen beispielsweise 295 000 Euro; für ein Folgeprojekt flossen 124 000 Euro.

Harz

Im Westen Sachsen-Anhalts liegt der Landkreis Harz, der sich über weite Teile des gleichnamigen Mittelgebirges erstreckt. Mit dem Brocken umschließt er zudem Norddeutschlands höchsten Berg. Wirtschaftliche und kulturelle Zentren bilden Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg, das mit seiner über 80 Hektar großen, historischen Innenstadt und seinen über 2000 Fachwerkhäusern seit 1994 auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht. Über die Hälfte der Kreisfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Neben dem Branchenmix der vielen klein- und mittelständischen Unternehmen stellt auch der Tourismus einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor im Landkreis dar.

Was die EU auf den Weg bringt

In den vergangenen Jahren verbuchte der Landkreis Harz im Durchschnitt ca. 2,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Neben deutschen Touristen kommen vor allem Besucher aus Dänemark und den Niederlanden, die vom freien Personenverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarktes profitieren.

Rund zehn Jahre nachdem der Ort Berßel in der Stadt Osterwieck durch die Ilse weitgehend überflutet wurde, begannen im Jahr 2012 Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz. Diese wurden mit umfangreichen Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Mithilfe von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sollen Herausforderungen des regionalen Arbeitsmarktes – wie die Geringqualifizierung oder die überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit älterer Menschen – angegangen werden. Gefördert werden unter anderem die Projekte STABIL und „Aktive Eingliederung“, die Menschen mit erheblichem Unterstützungsbedarf dabei helfen sollen, eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten.

Halberstädter Würstchen sind bekannt für ihre dunkle Rauchfarbe und ihren kräftigen Geschmack. Seit 2010 sind sie mit dem EU-Prädikat g.g.A., „geschützte geografische Angabe“, versehen. Dies bedeutet, dass in Halberstadt eine der Produktionsstufen – also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – erfolgt sein muss.

Dessau-Roßlau

Im Herzen Sachsen-Anhalts, inmitten der weiten Auenlandschaft der Elbe und der Mulde, liegt die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau. Überregional bekannt wurde die einstige Residenzstadt als Standort der Bauhaus-Hochschule, dessen Erbe nicht nur die Architektur, sondern auch die soziale und gesellschaftliche Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte. 1996 erklärte die UNESCO das Bauhaus zum Weltkulturerbe. Beliebtes Touristenziel ist auch das Gartenreich Dessau-Wörlitz, durch das die Stadt ein weiteres Mal in der UNESCO-Liste vertreten ist.

Was die EU auf den Weg bringt

Die überregionale „Gartenreichtour Fürst Franz“ führt Radfahrer durch die einzigartige Elbauenlandschaft. Mit dem Ziel, die Region interessanter für Touristen zu gestalten, wurde die Tour 2012 zu einem Rundkurs ausgebaut und mit zahlreichen Attraktionen in Dessau verknüpft. Die Kosten dafür wurden bis zu 75 % aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) gedeckt.

Durch das Zusammenfließen der Elbe und der Mulde wird die Stadt Dessau-Roßlau häufig durch Hochwasser bedroht. Um dem vorzubeugen, werden zahlreiche Maßnahmen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Unter anderem wird die Errichtung eines mobilen Verschlusses an der Straßenquerung der Jonitzer Mühle zu 80 % aus dem EFRE übernommen.

Zwischen 2007 und 2013 wurden zahlreichen Schulen in Dessau-Roßlau EU-Fördermittel zugesagt. Unter anderem wurde der Umbau der Sekundarschule „Am Schillerpark“ mit rund fünf Millionen Euro aus dem EFRE verwirklicht. Auch die Grundschule Friederikenstraße erhielt für Sanierungsmaßnahmen über vier Millionen Euro an EU-Fördermitteln.

Seit 2004 trägt das Walter-Gropius-Gymnasium (WGG) den Beinamen „Europaschule“. Die europäische Orientierung der Schule spiegelt sich unter anderem in den bestehenden Schulpartnerschaften, der Teilnahme an europaweiten Wettbewerben sowie diversen Austauschprogrammen wider. Zudem nahm das WGG bereits an einem EU-geförderten COMENIUS-Projekt teil, welches darauf ausgelegt ist, die Qualität der Schulbildung und die Fremdsprachenausbildung zu verbessern.

Stendal

Der flächenmäßig besonders große Landkreis Stendal liegt in Sachsen-Anhalt und umfasst sechs Einheitsgemeinden und drei Verbandsgemeinden. Die Wirtschaft ist in hohem Maße geprägt durch die Landwirtschaft sowie kleine und mittlere Unternehmen, hauptsächlich aus dem Handwerk, welche eine breite Produktionspalette repräsentieren. Die Region gilt aber als höchst zukunftsgefährdet – ein Trend, den zu bekämpfen auch eine europäische Aufgabe ist. Innerhalb der EU unterhält der Landkreis seit 1994 eine Partnerschaft mit der Verwaltungseinheit Mazeikiai in Litauen.

Was die EU auf den Weg bringt

Projekt JUSTIQ: Der Kreis Stendal beteiligt sich am Projekt „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTIQ), welcher vom Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt wird. Jungen Menschen wird bei der Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen während der Übergangsphase von Schule zum Beruf unter die Arme gegriffen. Neben der individuellen Persönlichkeitsstärkung schaffen die Mikroprojekte einen Mehrwert für das benachteiligte Quartier, z.B. durch das Pflanzen von Bäumen, verbinden also soziale und allgemeinnützliche Ziele.

Beispiel STABIL: Der vom ESF unterstützte Wettbewerb ‚STABIL 2018‘ des Landkreises Stendal zielt darauf, Jugendliche in Ausbildung und Beschäftigung zu integrieren und so deren Ausgrenzung zu vermeiden. Die Jugendlichen nehmen in mindestens drei Produktionsrichtungen oder Werkstätten direkt an der Produktion teil und werden zeitgleich am Arbeitsort ausgebildet.

Beispiel Breitbandförderung: Im Landkreis Stendal ist massiv in die Einführung von Breitbandkabeln investiert worden, ein Projekt welches auch vom Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESIF) unterstützt wurde. Acht von neun Gemeinden hatten Mittel beantragt und erhalten. Damit wurde die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben und werden die Zukunftschancen sowie die Standortqualitäten des Kreises erhöht.

Salzlandkreis

Der in der Mitte Sachsen-Anhalts gelegene Salzlandkreis ist die Heimat von knapp 192 000 Menschen (2018). Er entstand im Jahr 2007 durch Zusammenlegung der Landkreise Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck. Sein Name lässt die traditionell wichtige Rolle der Salzförderung erkennen, die auch heute noch eine besondere wirtschaftliche Bedeutung hat – etwa für die Kreisstadt Bernburg. Verschiedene ganz oder teilweise im Kreis befindliche Areale gehören dem europäischen Schutzgebietenetz Natura 2000 an, darunter die Waldgebiete im Hakel, die Elbaue Steckby-Lödderitz und der Auwald bei Plötzkau.

Was die EU auf den Weg bringt

Mithilfe des Programmes LEADER möchte die EU den ländlichen Raum stärken. In diesem Rahmen wurden in Aschersleben sowohl die St. Marien-Kirche in Drohndorf saniert – sie erhielt u.a. ein neues Dach – als auch die Kirche in Wilsleben so umgebaut, dass sie zu jeder Jahreszeit genutzt werden kann.

Der Breitbandausbau in zahlreichen Orten des Kreises soll unterversorgten Bereichen einen besseren Zugang zum Internet verschaffen. Das umfangreiche Vorhaben, bei dem rund 1000 km Glasfaser verlegt werden, wird durch mehrere EU-Fonds kofinanziert.

Im Rahmen europäischer Forschungsprogramme nimmt das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben an verschiedenen Projekten teil. Das internationale Verbundvorhaben EURALLIVEG etwa erstellte eine umfassende Lauchsorten-Gendatenbank. Die Forschungen in Gatersleben betrafen hierbei u.a. den Knoblauch und widmeten sich der Viruseliminierung und der Kryokonservierung, also der Aufbewahrung in flüssigem Stickstoff.

Die für Pendler wichtige Bundesstraße B 6n zwischen Bernburg und Köthen wurde mithilfe von EU-Mitteln größtenteils neu gebaut.

Mit Geldern des Europäischen Landwirtschaftsfonds für regionale Entwicklung (ELER) gefördert wurde die Rekonstruktion einer über 4 000 Jahre alten Kreisgrabenanlage in Pömmelte in Barby. Sie gilt als ein bedeutendes steinzeitliches Heiligtum und machte den Ort überregional bekannt.

Börde

Landschaftlich umfasst der sachsen-anhaltinische Landkreis Börde einen landwirtschaftlich ertragreichen Süden mit Weizen- und Zuckerrübenanbau sowie weite Linden- und Kiefernwälder im Norden. Wo einst die Landwirtschaft vorherrschte, ist heute schwerpunktmäßig im Osten Industrie angesiedelt, während im Westen u.a. die Nähe des Wolfsburger Volkswagenwerks wirtschaftlich prägend ist. Die Bundeswehr ist wichtiger Arbeitgeber im Norden. Kleine und mittlere Unternehmen, die in einem breiten Spektrum an Sparten aktiv sind, prägen das Wirtschaftsbild.

Was die EU auf den Weg bringt

Die Kreisvolkshochschule Börde bekämpft mit finanzieller Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) den Mangel an Grundkenntnissen und funktionalen Analphabetismus, ein in Deutschland lange unterschätztes Problem, das häufig einer Arbeitsaufnahme im Wege steht. Die Erwachsenen erhalten Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen, um so die Voraussetzungen für den späteren Lebensweg zu verbessern. Zu den Teilnehmenden zählen nicht nur Schulabbrecher, sondern auch Menschen nicht deutscher Muttersprache.

Der ESF unterstützt ferner Dorfkümmerer, so z.B. in der Gemeinde Hohe Börde. Als bürgernahe Netzwerker haben sie das Ohr an der Bevölkerung und greifen lokale Probleme auf, wie etwa mangelnde öffentliche Transportmöglichkeiten, für die sie gemeinsam mit den Menschen und externen Kooperationspartnern Ideen und Unterstützungsmöglichkeiten für deren Lösung finden. Im Allgemeinen sind Dorfkümmerer im Ruhestand und erledigen ihre Aufgaben ehrenamtlich.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt Hochwasserschutzinitiativen, wie z.B. die Instandsetzung des rechten Hauptdeichs der Bode in Oschersleben. Die mit dem Projekt verbundenen Planungs- und Ingenieurleistungen wurden bereits zu einem großen Teil aus EU-Mitteln finanziert.

In Haldensleben wird die energetische Sanierung der Kindertagesstätte „Regenbogen“ mit EFRE-Mitteln in Höhe von rund einer Million Euro bezuschusst.

Anhalt-Bitterfeld

Der Norden des Landkreises ist weitgehend landwirtschaftlich geprägt, während im Süden die meiste Industrie des Landes Sachsen-Anhalts angesiedelt ist: Chemiebetriebe, schwerpunktmäßig im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen mit rund 360 Unternehmen, Betriebe zur Herstellung von Photovoltaikzellen im Technologiepark Mitteldeutschland „Solar Valley“ sowie Unternehmen der Metallverarbeitung. Die Stadt Köthen ist Verwaltungssitz und beherbergt die Hochschule Anhalt. Eine Städtepartnerschaft wird mit dem polnischen Kreis Powiat Pszczyna gepflegt. Die Braunkohletagebaue wurden stillgelegt und die vormaligen Baugruben haben eine Seenlandschaft hinterlassen, von denen einige Teil der zahlreichen Naturschutzgebiete sind.

Was die EU auf den Weg bringt

Um Wirtschaft und Arbeitsplätze zu fördern ist der Europäische Sozialfonds (ESF) im Landkreis aktiv. Zum Beispiel erhält die CWB Chemie GmbH Bitterfeld-Wolfen finanzielle Hilfe zur Gewinnung von Mitarbeitern sowie für Weiterbildungsmaßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Ein anderes Beispiel ist die B&A Strukturförderungsgesellschaft Zerbst mbH, welche für mehrere Projekte, darunter die Kinder- und Jugendbetreuung in Bitterfeld und Umgebung, mit ESF-Geldern bezuschusst wird.

Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt im Zeitraum von August 2017 bis Juli 2020 das Verbundprojekt MILLEFEUILLE der Hochschule Anhalt, welches die Grundlage für eine kostengünstige Produktion von ultradünnen Siliziumwafern legen soll. Siliziumwafern werden zur Herstellung von Solarzellen gebraucht.

Das weltweit größte koordinierte Netz von Naturschutzgebieten, Natura 2000, umfasst die meisten Naturschutzgebiete im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Bedrohte Vogelarten und natürliche Lebensräume genießen dadurch in der EU einen besonderen Schutz.

Mansfeld-Südharz

Der Landkreis Mansfeld-Südharz liegt im Südwesten Sachsen-Anhalts und besteht aus den zwei früheren Kreisen Mansfelder Land und Sangerhausen. Mit dem Europa-Rosarium kann die Kreisstadt Sangerhausen mit einer der größten Rosensammlungen der Welt aufwarten; die langfristige Sicherung der dazugehörigen Genbank wird dabei u. a. mit Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützt. Die zweitgrößte Stadt ist Eisleben, auch bekannt als Geburts- und Sterbeort Martin Luthers, die daher seit 1946 den Beinamen „Lutherstadt“ trägt. Seit über 20 Jahren gilt dies auch für die Stadt Mansfeld – hier verbrachte Luther seine Kindheit.

Was die EU auf den Weg bringt

Der Kreis nimmt zusammen mit Organisationen aus Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen und Slowenien an dem Europäischen Projekt „Kulturroute der Reformation“ teil. Dieses zielt auf die Förderung eines nachhaltigen Tourismus in den teilnehmenden Regionen, unter anderem durch die Verknüpfung von Pilgerstätten und Pilgerwegen, durch Schulungen und den Austausch von Wissen zu schon bestehenden Routen.

Das Programm Jobperspektive58+ wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert und hat zum Ziel, Langzeitarbeitslose über 58 Jahre wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mehr als 100 Teilnehmerplätze wurden dabei in verschiedenen Orten des Kreises zur Verfügung gestellt.

Die Weinstraße Mansfelder Seen gehört zum Weinbaugebiet Saale-Unstrut, einem der nördlichsten Weinbaubereiche Deutschlands. In diesem Gebiet wurden besonders rund um den Süßen See in den Jahren 2007 bis 2013 verschiedene Projekte im Rahmen von LEADER gefördert, einem Ansatz, mit dem die Europäische Union modellhafte Projekte im ländlichen Raum unterstützt. So wurden das Nordufer des Sees stabilisiert, das durch Erosion geschädigt war, und eine Fahrradstation in der Nähe des Ufers errichtet; die Schlosskirche in Seeburg wurde saniert und im Bereich der ehemaligen Orangerie des Schlosses ein Restaurant gebaut.

Burgenlandkreis

Die Fülle an mittelalterlichen Burgen gab 1994 Anlass zur Umbenennung dieses im Süden von Sachsen-Anhalt gelegenen Landkreises in „Burgenlandkreis“. Mit dem größten Teil der Saale-Unstrut-Region umfasst er zugleich bedeutende Bereiche von Deutschlands nördlichstem Weinbaugebiet. Der überregional bekannte Rotkäppchen-Sekt etwa wird in dem zum Burgenlandkreis gehörigen Freyburg an der Unstrut erzeugt, einer Stadt, die als Mittelpunkt der Weinbauregion gilt.

Was die EU auf den Weg bringt

Der Wein aus der Saale-Unstrut-Region ist von der Europäischen Union als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) anerkannt. Dies bedeutet u.a., dass so deklarierte Weine zu 100 Prozent aus der Region stammen müssen. Der Weinbauverband Saale-Unstrut ist zudem Mitglied in dem Projekt Vinest, einem von der Europäischen Kommission unterstützten Netzwerk, das die Vielfalt und Individualität von Weinen aus kleinen europäischen Weingebieten bewahren möchte.

Verschiedene im Geo-Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ angesiedelte Projekte wurden durch die EU kofinanziert, etwa mit dem Ziel, den dortigen Trockenrasen wieder zu nutzen – er dient nun teilweise Schafen und Ziegen als Weide. Der Hexenkeller bei Freyburg, ein wichtiges Winterquartier für die Fledermausart „Kleine Hufeisennase“, wurde mit finanzieller Unterstützung der EU artgerecht gestaltet. Der Schutz mehrerer Bereiche des Naturparks wird zudem durch die Vorgaben der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erleichtert.

Der Europäische Sozialfonds unterstützt das Projekt „Lebensmittelpunkt Weißenfels“, in dessen Fokus die Stärkung der in Weißenfels-Mitte angesiedelten Wirtschaftsunternehmen steht. Dabei geht es auch um die Förderung des Tourismus und die Vermarktung von Gastronomie und kultureller Einrichtungen.

11 Millionen Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhielt die Stadt Zeitz unter anderem für die umweltfreundliche Sanierung einer Schule und den Umbau einer der ehemals größten Kinderwagenfabriken Europas, des Zekiwa-Werks, das künftig als Stadtarchiv dienen soll.